Freitag, 27. Mai 2011
Seattle.
Seattle ist prall. Mit Geschichte, mit Verknuepfungen. Bill Gates wohnt hier, Mircrosoft ist hier. UPS wurde hier gegruendet. Genau wie Boeing. Kurt Cobain/Nirvana kommen hier her. Foo Fighters haben sich hier gegruendet. Jimmy Hendrix ist hier aufgewachsen. 10 Dinge, die ich an die hasse, spielt hier. Bruce Lee liegt hier begraben. Starbucks wurde hier gegruendet. Die erste bio und faitrade Chocolatenmanufaktur der USA ist hier. Alle to-go-Container muessen recyclebar sein. Die haben hier Muelltrennung! Grey's anatomy. Space needle (das Wahrzeichen).
An einer Bucht mit vielen vielen vorgelagerten Inseln gelegen, von Seen umgeben und auf sieben Huegel gebaut. Von Gebirgen umgeben. Fast jede Kaffeebohne, die in den USA konsumiert wird, kommt durch Seattle. Es gibt die besten Kaffeehaeuser hier. Die Kaffeestadt. Und dazu sind alle lieb, entspannt und nicht ganz so krass chic wie die Portlaender. Ach, wie koennte man Seattle nicht lieben? Ich bin so froh, dass wir vier Tage hier sind.
Was mich am meinsten beeindruckt hat? Wunderwunderwunderschoene Blumenstrausse im Pike Place Market (wirklich, ich habe noch nie so schoene Straeusse gesehen!) und die oeffentliche Bibliothek:
Donnerstag, 26. Mai 2011
Portland.
| Das ist mein Lieblingsskyscraper in Chicago und dazu der einzige, der von einer Frau entworfen wurde. Die "Aufsaetze" sind Balkone. |
Erst war ich ziemlich begeistert. Ist viel knuddeliger als Chicago. Ueberschaubar, oeko, gruen, gepflegt, hip. Extrem hip. Jeder zweite Mensch hat eine Brillengestell a la moi auf der Nase (nicht, dass ich besonders hip waere. Nur meine Brille ist es). Wie Paris, nur nicht chic chic sonder alternativ-oeko-hipster-chic. Und ueberall Frozen Yogurt. Ist von der Konsistenz wie Soft-Eis, aber schmeckt herrlich frisch nach Yogurt (ist auch uebelst gesund mit um die 20Kal pro Ounce, so ne normale Portion hat vielleicht so 60 - 100 Kal) und ueberlicherweise Toppings nach Wahl. Lecker und gesund: Obst, nicht so gesund: Suesskram als Obendrauf.
| Hanseul ist gerade Fro Yo. Und wie man sieht, macht das die Menschen gluecklich. |
Portland ist ausserdem die Rosen-Stadt der USA . Ham als Deko zur irgendner Expo 1906 Rosen fuer Umme an die BewohnerInnen verteilt, unter der Praemisse, dass diese die nah an die Strassen pflanzen. Wenn man dann schon so rosenaffin ist, hat man im 2ten Weltkrieg den Rosenzuechtern Europas signalisiert, dass man gerne ihre Rosen beherbergt, wenn der Krieg durch ihren Vorgarten fegte. So wurden tausende von Rosen nach Portland geschickt. Heute gibt es einen internationalen Rosen-Zucht- und Testgarten dort und ein jaehrliches Rosenfest.
| Das Bild hat weniger was mit Rosen zu tun. Aber ist das einzig halbwegs nette aus Portland. Ist eher so ne fuehl-Stadt als ne photogene. |
Oh, muss Pasta essen gehen. Das Hostel hier (Seattle) hat jeden 2ten Tag Abendessen fuer seine BewohnerInnen. Man muss aber puenktlich sein. Sonst schlecht. Bis spaeter!
Erst war sich ziemlich begeistert. Doch dann habe ich Seattle kennen gelernt.
Montag, 23. Mai 2011
Chicagoo.
Chicago ist riesig. Die groesste amerikanische Stadt, die ich bisher gesehen habe. Wir sind von Rochester (wirklich nicht aufregend oder besonders huebsch, deswegen gibt es auch keine Bilder) mit dem Zug dorthin gefahren. 11 Stunden brauchsts. Aber in den Amtrak-Zuegen hat man sehr viel Platz und auch die ganzen normalen Sitze kann man nahezu zu Liegen umbauen, so dass wir wirklich viel schlafen konnten. Chicago ist beeindruckend und fuer mich mysterioes, weil ich so wenig von der Stadt begreifen konnte. Den See (Mama, du hattest Recht, es ist Lake Michigan) haben wir kaum sehen koennen, weil es immer sooooo nebelig war. Nix windy, wie wie es mit Monny the Monster in der 8ten Klasse oder so gelernt haben (obwohl sich windy auch nicht nur auf den Wind bezieht).
Ja, nun befinde ich mich gerade ich portland, oregon. der tax-freie statt hier. ueber californien. unterhalb von washinton state und seattle, da geht es morgen hin. Schade, ich waere gern auch noch ein wenig hier geblieben. Meine Ode an diese Stadt schreibe ich aber wann anders, denn ich muss die Stadt geniessen solange ich noch kann und sollte mich deswegen wieder auf die Beine machen.
Freitag, 20. Mai 2011
Done Done Done!!!
okay, thesis submitted. Habe die finale Version soeben meiner Professorin geschickt. Darf nun nichts mehr aendern, da beide ja ueber das gleiche Dokument urteilen muessen. Ob's gut ist?! Hm. Weiss nicht. Aber ich habe viel gelernt. Darum geht's ja am meisten.
2 Pruefungen noch, dann bin ich eine Dipl.-Psych.!
2 Pruefungen noch, dann bin ich eine Dipl.-Psych.!
Mittwoch, 18. Mai 2011
On the Road. Rochester.
Gestern habe ich die Burg verlassen und mich auf den Weg gen Norden gemacht, zu Hanseul in Rochester in up-state New York (aber nicht annaehrend nah an New York City. Ich finde man unterschaetzt immer die Groesse des Bundestaates NY. Rochester ist mehr nah zum Lake Ontario und der kandadischen Grenze). Per Flugzeug nur ungefaehr ne gute Stunde von Richmond. Mein Reiseplan war Richmond - DC, DC - Rochester. Doch die Sensoren den letzteren Flugzeuges waren sich unseins, ob wir fliegen oder noch am Boden sind (wir sind ziemlich sicher in der Luft gewesen). Zur Sicherheit wurde der Notstand erklaert (emergency declared, unsicher, ob das so geschickt von mir uebersetzt ist?!) und wir wurden zum naechsten Flughafen umgeleitet, welcher Richmond war. Juchuu. Back in Virginia. Sind aber sicher und gut gelandet und hatten sogar Glueck, dass sich ein zweites Flugzeug dort befand, welches uns alle nach Rochester fliegen konnte, wo ich dann mit 3Stunden Verspaetung ankam. Das war dann drei Uhr nachts. Meine B&B-Herrin haette mich bis 12.30Uhr abgeholt, aber 3 war ihr zu spaet. Auch die oeffentlichen Verkehrmittel fahren da nicht mehr (deren Motto ist angenehmerweise: A Bus a Buck, d.h. jede Busfahrt kostet nur einen Dollar!) und so musste ich Taxi fahren. Da standen keine rum. Ich mag Taxifahren nicht. Teuer und ich habe immer das Gefuehl, das die mich verarschen wollen. Da so wenige Taxen am Flughafen waren, haben wir die, die kamen immer fein geteilt. Also lassen wir (der Taxifahrer und ich) erst die anderen Gaeste raus, die zahlen. 10Dollar. Dann stellt es das Taxizaehldingen auf Null und faehrt zu mir. 21,50. Will dann das, was die anderen schon gezahlt haben auch von mir haben. Verstehe ich nicht. Sagt dann als Kompromiss 28. Macht in meinen Augen immer noch keinen Sinn, aber vielleicht sind das hier andere Sitten? Will ihm $28 geben, aber er kann nicht wechseln. Ende also bei 30. Mit nem unguten Gefuehl. Mag das nicht, das Gefuehl, dass andere einen andere an der Nase herrumfuehren, mich fuer dumm verkaufen. Hm. Mittlerweile war es 4.30. Und Hanseul hoert ich Telefon nicht!!! Aaah. Ich hatte Pipi in den Augen, weil ich dann letztendlich vor dem B&B stand und nicht reinkam. Wie kann man, wenn man noch jemanden erwartet sein Handy nicht nah zum Bett aufbewahren/auf laut stellen??? Hab dann irgendwann einfach laut ihren Namen gerufen. Hat gefunzt. War aber nach dem langen Tag wirklich ein wenig grantig auf sie. Kein guter Start fuer uns.
Das sind wir beide:
In einem Cafe, wo man das Getraenk in echten Tassen aus Porzellan kriegt. Alle Kaffeeorte funzen wir Starbucks (oder auch T&B - Vorfreude!): man bestellt am Tresen und traegt das Zeug selbst rum.
Oh, noch ganz kurz: Rochester ist fuer Musik (Eastman School of Music) und Kodak (Gruender: George Eastman). In besten Zeiten haben die hier 70 000 Angestellt gehabt. Heute sind machen sie hauptsaechlich noch Film-Film und Kopierer. Morgen haben wir noch einen Tag hier, dann geht's weiter im Zug nach Chicago!
Das sind wir beide:
In einem Cafe, wo man das Getraenk in echten Tassen aus Porzellan kriegt. Alle Kaffeeorte funzen wir Starbucks (oder auch T&B - Vorfreude!): man bestellt am Tresen und traegt das Zeug selbst rum.
Oh, noch ganz kurz: Rochester ist fuer Musik (Eastman School of Music) und Kodak (Gruender: George Eastman). In besten Zeiten haben die hier 70 000 Angestellt gehabt. Heute sind machen sie hauptsaechlich noch Film-Film und Kopierer. Morgen haben wir noch einen Tag hier, dann geht's weiter im Zug nach Chicago!
Sonntag, 15. Mai 2011
Woot, woot. In weniger als 24Std bin ich hier weg.
Heute war Graduation - Ceremony, da wo die ganzen Menschen in ihren Roben und ihren rechteckigen Hueten auflaufen und die dann hinterher evtl. in die Luft schleudern (is hier nicht drinne, weil irgendwer mal so ne Hutecke ins Auge gekriegt hat). War schon cool. Haette ich auch gerne. So nen feierlichen und klaren Abschluss, nicht so ein Dahin-Geduemple wie bei uns. Ich war Usher bei der Feier und ein Vater meinte, als er mir sein Eintrittsticket gab: Das ist 100 000Bucks wert.Ich weiss, ich wiederhol mich. Balance Geld vs. was du kriegst. Ha, und drei random people haben mir waehrrend des Arbeitens ein Kompliment fuer meine Brille gemacht! Woot woot.Ja, sonst ist jetzt noch ein paar Stunden Diplomarbeit angesagt, aber dann isses gut! Ich habe ein zusammengefuegtes Dokument, alle Quellen drin, alle Anhaenge, nur das Abstract krueppelt noch ein wenig (is zu lang :( ). Nun werde ich die ganzen 30 Seiten (hoert sich so wenig an) noch mal durchlesen und hoffen, dass das Ganze Sinn macht und ich nur Kleinigkeiten ausbessern muss. Ich hatte immer so Respekt vor der Diplomarbeit, aber nun ist sie doch ganz handzahm geworden.
Sonst habe ich heute Meredith und Chelsea verabschiedet und dabei ein paar Traenchen verdrueckt. Das zweite Mal erst. Bei drei weiteren Abschieden war ich aber kurz davor, aber ich konnte sie schnell genug noch abkuerzen :) Macht sonst so Aua.
Morgen um 20Uhr geht mein Flug von Richmond nach Rochester, dort treffe ich Hanseul. Mittwoch geht es dann mit Amtrak und Hanseul weiter nach Chicago, Sonntag dann per Flugzeug nach Seattle, vermutlich ist ein kleiner Abstecher nach Portland, Oregon, drin und dann geht es am Samstag (28.) nach New York und am 30. weiter nach Hause. Senn id is ouwer.Auslandsaufenthalte. Ueberall ist irgendwas besser als Zuhause und du kannst hoffen, das auch zu erreichen/ erleben. Du weisst, dass es anders geht und dass es irgendwo einen Flecken gibt, wo es anders ist. Das kann Hoffnung geben, troesten, Motivation und Ziel sein. Aber oft vielleicht auch ein unereichbares Ziel. Und dann is doof. Ich wuerde das Gute aus beiden "Welten" vereinen, aber es geht nicht. Ich muss mich nem Kompromiss zufrieden geben. Und wenn ich nichts anderes kennen gelernt haette, dann waere es kein Kompromiss. Hm. Aber im Grunde geht ja nichts ueber Erweiterung, vor allem nicht als Psycho. Und Hipster :).
Freitag, 13. Mai 2011
Mittwoch, 4. Mai 2011
2 wks 2 go.
Das erste Semester war gut, das zweite war besser. Man braucht Zeit, um sich nieder zu lassen, um sich wo heimisch zu fuehlen. Ich hatte die wunderbare Femke an meiner Seite, abermals eine nette Mitbewohnerin, Anna, die deutsche Tutorin (man braucht Kulturhomies), viele viele Menschen, die in meine Kultur interessiert sind und meine Sprache lernen wollen, ich bin viel gereist. Reisen sind das, was man erinnert. Ich hatte Luise und Bettina aus Wien, mit denen man unendlich gut weggehen, verreisen und im Sunken Garden rumhaengen kann. Das deutsche Haus hatte viele nette und noch mehr interessante Menschen zu bieten. Ich habe gejoggt. Ich habe mich gesund ernaehrt. Ich hatte eine heimelige Gemeinde. Ich habe meine oversexed-phase ueberkomme und fuehle mich nun wohl damit. Sexualitaet ist zentral. Women's studies sind ueberall praesent. Ich haenge viel mit queer people rum. Ich weiss mehr als zuvor ueber sie. Ich werde oft fuer eine Lesbe oder bi gehalten. Die kurzen Haare. Mir ist es egal. In diesem Umfeld. Ich denke nicht mehr nach, wenn ich englische emails schreibe. Ich habe auf dem schoensten Campus der Welt studieren duerfen. Ich habe Amerika erleben duerfen. Wie die Universitaeten aktiv zur Persoenlichkeitsentfaltung ihrer Schuetzlinge beitragen (und wo auch nicht). Resourcen. Ohne Ende. Amerika ist heterogen, viel vielfaeltiger als wir. Manchmal schockierend. Sodomie ist illegal hier. Ich bin ein wenig europaeisch-patriotisch geworden. Wir zelebrieren soziale Unsicherheit und schoepfen viel Freude daraus. Es gibt ueberall kewle kids. Man muss sie nur finden. Ich habe nicht alle Moeglichkeiten ausgeschoepft, die ich haette ausschoepfen koennen; ich bin in keinem Verein oder Club aktiv geworden. Ich trinke mehr Kaffee denn je. Secondhand Ole. DA in den Endzuegen. Ich geniesse die letzten Tage hier, wenn ich ueber den Campus oder Colonial Williamsburg schlendere und doch denke ich, dass es Zeit ist zu gehen. Was koennte besser sein? Ich bin bereichert.
Montag, 2. Mai 2011
wtf.
USA - USA - USA - Sprechchoere, star spangled banner wird gesungen, Amerika - Rufe und Raketen hier auf dem Campus weil "sie" bin Laden getoetet haben wollen. Freude, Freude, Freude. So einfach ist die Welt. Nicht.
Meine Freundin Ros aus England textete mir: Did you hear? The Americans abolished terrorism!
Femke zitiert die NEON: I think it is alarming when people in the western world celebrate the death of a person in a manner that can be compared to a won game during the soccer world championship.
Meine Freundin Ros aus England textete mir: Did you hear? The Americans abolished terrorism!
Femke zitiert die NEON: I think it is alarming when people in the western world celebrate the death of a person in a manner that can be compared to a won game during the soccer world championship.
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